Südamerika

Der Kontinent Südamerika ist Teil der westlichen und größtenteils der westlichen Hemisphere. Im Westen wird er vom Pazific, im Osten vom Atlantik begrenzt, im Norden durch Nordamerika und die Karibik. Als ein Teil von Amerika ist Südamerika (genau wie Nordamerika) nach Amerigo Vespucci benannt, dem ersten Eruopäer, der die Landmasse als „neue Welt“ und nicht als Teil von Indien erkannte. Südamerika hat eine Ausdehnung von 17,840,000 km², was einem Anteil von 3,5 Prozent der Erdoberfläche entspricht. Im Jahr 2005 wurde die Bevölkerung auf 371.000.000 Menschen geschätzt. Südamerika ist damit nach Fläche der viertgrößte (nach Asien, Afrika und Noramerika), nach Bevölkerung der fünftgrößte Kontinent (nach Asien, Afrika, Europa und Nordamerika).

Geographie

Als Südamerika wird der südliche Teil der amerikanischen Landmasse bezeichnet. Als Grenze wird der Isthmus von Panama angesetzt. Je nach Sichtweise werden Nord- und Südamerika als ein Kontinent oder Super-Kontinent angesehen. In diesem Fall wird Südamerika meistens als Subkontinent angesehen. Geologisch gesehen liegt Südamerika fast vollständig auf der südamerikanischen Platte. Geopolitisch werden Panama und die mittelamerikanischen Staaten zu Nordamerika gezählt, auch denn die kulturelle Nähe für Südamerika sprechen würde.

Aus geologischer Sicht haben Nord- und Südamerika mit der Bildung des Isthmus von Panama vor ungefähr 3 Millionen Jahren erst seit relativ kurzer Zeit eine direkte Verbindung. Die Anden sind beispielsweise eine vergleichweise junge Formation und sind seismologisch immer noch ruhelos. Dieses Gebirge nimmt den westlichen Teil des Kontinents nein, während der östliche Teil von Regenwäldern und den Amazonasbecken bestimmt ist. Allerdings existieren auf dem Kontinent auch trockenere Regionen wie Patagonien und die Atacama Wüste.

Südamerika umfasst auch eine reiche Inselwelt, die in den meisten Fällen auch zu den Staaten auf diesen Kontinent gehören. Viele Inseln der Karibik (oder Westindischen Inseln) – z.B. Leeward oder die Kleinen Antillen – sitzen auf der Karibischen Platte, deren Zuordnung nicht abschließend geklärt ist. Die Inseln aruba, Barbados, Trinidad und Tobago gehören zur nördlichen südamerikanischen Platte genau so wie die Niederländsichen Antillen oder die zu Venezuela gehörenden Inselgruppen. Geopolitisch werden die Überseebesitzungen und Staaten der Karibik Nordamerika zugerechnet. Die südamerikanischne Staaten (Kolumbien, Venezuela, Guyana, Surinam, Französisch Guinea), die an die Karibik angrenzen, werden im angloamerikanischen Raum als „Caribbean South America“ bzeichnet.

Südamerika besitzt den höchsten Wasserfall (Angel Falls in Venezuela), mit dem Amazonas den wasserreichsten Strom (Amazonas), die längste Gebirgskette (Anden), die absolut trockenste Wüste (Atacama), den flächenmäßig größten Regenwald, die höchstgelegenste Eisenbahnstrecke (Ticlio in Peru), die höchstgelegenste (La Paz, Bolivia) und die südlichste Stadt (Puerto Toro, Chile) der Welt.

Die größten Naturschätze sind Gold, Silber, Kupfer, Eisen, Zinn und Öl. Dieser Reichtum an Bodenschätzen bietet für die Zukunft enormes Entwicklungspotential.In der Vergangenheit war dieser Reichtum für breite Bevölkerungsteile allerdings mehr Fluch als Segen, da die Gewinne nur zu Bruchteilen in die nationale Wirtschaft gingen, sondern ins Ausland flossen.

Südamerika ist die Heimat einer großen Anzahl von interessanten und einmaligen Tierarten, beispielsweise Anaconda, Piranha, Jaguar oder Tapir. Der Amazonas Regenwald weist eine noch nicht einmal annähernd erfasse Artenvielfalt an Flora und Fauna auf. Diese ist jedoch durch dendauernden Raubau der Menschen an der Natur bedroht.

Das größte Staat in Südamerika – nach Bevölkerung und Ausdehnung – ist Brasilien, gefolgt von Argentinien. Dies schlägt sich auch bei der Einteilung in Regionen nieder: Andenstaaten, Guineas, Südspitze und Brasilien.

Die Staaten und abhängigen Territorien in alphabetischer Reihenfolge: Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Ecuador, Falkland Inseln (UK), Französisch Guiana (Frankreich), Guyana, Kolumbien, Paraguay, Peru, South Georgia und Sandwich (UK), Surinam, Urugay, Venezuela.

Geschichte Südamerikas

Südamerika wurde zuerst von Einwanderern besiedelt, die den Kontinent über die Bering-Landbrücke (heutige Bering-Strasse) erreichten. Das erste Zeugnis von Landbau in Südamerika ist um die Zeit 6500 v.Chr. nachgewiesen. Zu dieser Zeit wurden bereits Kartoffeln, Paprika und Bohnen im Amazonas Becken angebaut. Töpferwaren und Maniok als Kuturpflanze tauchen um 2000 v.Chr. auf. Um diese Zeit entsehen auch die ersten dörflichen Gemeinschaften in den Anden und den umliegenden Regionen. Die Erfindnung von Bewässerungssystemen leistete dieser Entwicklung einen großen Vorschub. In den Küstenregionen entwickelte sich die Fischerei zum wichtigsten Zweig der Nahrungsbeschaffung.

Schon sehr früh (ca. 3500 v.Chr. Begannen die Einwohner Südamerikas damit, Lamas, Guanacos, Alpakas und Vucunas zu domestizieren. Diese dienten nicht nur als Fleisch und Wolllieferant, sondern wurden auch zum Transport von Gütern genutzt.

Landwirtschaft und Sesshaftwerdung vollzog sich auf dem südamerikanischen Kontinent nicht einheitlich, sondern der zeitliche Abstand zwischen den einzelnen Regionen ist doch beachtlich. Die Muisca waren eine indigene Zivilisationen im heutigen Kolumbien. Sie schufen als erste einen Zusammenschluss verschiedener Clans.

Die Chavín Kultur errichteten ein Handelsnetzwerk und eine hochentwickelte Landwirtschaft um das Jahr 900 v.Chr., wie man inzwischen aus archeologischen Funden belegen kann. Der Name der Kultur ergibt sich aus der Fundstelle der Artifakte, Chavín de Huantar im modern Peru, über 3.000 Meter über den Meeresspiegel. Die Chavín Kultur blühte zwischen 900 und 300 v.Chr.

Weitere indigene Kulturen in Südamerika: Caral (2500 Bc - 1500 BC, Central Peru), Valdivia (Ecuador), Moche (100 BC - 700 AC, Peru), Tiuahuanaco oder Tiwanaku (100 BC - 1200 BC, Bolivien), Paracas - Nazca (400 BC - 800 AC, Peru), Wari oder Huari Reich (600 - 1200, Peru), Chimu Reich (1300 - 1470, Peru), Chachapoyas, Aymaran Königreiche (1000 - 1450, Bolivia und südliches Peru).

Mit ihrer Hauptstadt Cusco dominierten die Inka die Andenregion von 1438 bis 1533. Die Kultur der Sonnensöhne war hoch entwickelt. Städte wurden geplant und mit hoher Präzision entwickelt. Die Häuser wurden aus Stein gebaut ohne Verwendung von Mörtel. In den Berghängen wurden Terrassen für die Felder angelegt. Auch die Metallverarbeitung war sehr hoch entwickelt. Allesdings gibt es keinerlei Belege, dass die Inka das Rad erfunden hätten oder Schrift als Kommunikationsform eingesetzt wurde.

Im Jahre 1494 unterzeichneten die größten Seemächte dieser Zeit, Spanien und Portugal, den Vertrag von Tordesillas, mit dem alles neuentdeckte Land ausserhalb Europas unter beiden aufgeteilt werden sollte. Der Vertrag sah eine imaginäre Grenze 370 Legua westlich von Capverden vor. Demnach sollte alles Land westlich dieser Linie zu Spanien, alles östlich davon zu Portugal gehören.Da die Landvermessung noch nicht den hohen Stand erreicht hatte, der eine exakte Bestimmung der Grenzen ermöglicht hätte, konnte Portugal z.B. im heutigen Brasilien sehr viel weiter westlich vordringen.

Um 1530 wurde von den Conquistatoren systematisch begonnen, Land und Leute auszubeuten, zuerst von Spanien, dann auch von Portugal. Dabei teilten beiden Supermächte Amerika faktisch unter sich auf und richteten Kolonien ein. Die einheimische Bevölkerung hatte zu leiden. Gegen die aus Europa eingeschleppten Infektionskrankheiten hattte deren Organismus nichts entgegen zu setzen. Vor allem in den spanischen Teilen starben die Menschen auch unter Zwangsarbeit auf den landwirtschaftlichen Gütern und den Mienen.

Die Spanier hatten sich zum Ziel gesetzt, die einheimische Bevölkerung mit allen Mitteln zum katholischen Glauben zu bekehren. Gerade in den Anfangsjahren war dies nur vordergründig von Erfolg gekrönt, da der christliche Glaube nur die alte polytheistische Religion nur überdeckte. Noch heute kann man in Südamerika hinter christlichen Mythen und Ritualen Ursprüngliches erkennen.

Aus einheimischen Frauen und den spanischen Eroberern entstanden die Mestizen. Mestizen und die indianische Bevölkerung wurden in den von Spanien verwalteten Gebieten zu ausserordentlich hohen Steuern gezwungen. Zuwiderhandlung wurde äußerst hart bestraft. Der Geldgier der Besatzer vielen beinahe alle Ritual- und Kunstgegenstände aus Gold und Silber zum Opfer, da diese eingeschmolzen und ins Mutterland verbracht wurden.

Die spanischen Kolonien gewannen ihre Unabhängigkeit zwischen 1804 und 1824 in den südamerikanischen Unabhängigkeitskriegen. Simón Bolívar aus Venezuela and José de San Martín aus Argentinien waren die führenden Köpfe. Bolívar führte seine Arme südwärts, während San Martín seine über die Anden führte. In Guayaquil (Ecuador) trafen sich beide und vernichteten die spanischen Truppen endgültig.Obwohl Bolivar versuchte, den spanischen Teil Südamerikas in einem Staat zu vereinigen, zerviel sein Traum in einzelne, sich bekrigende Staaten.

Die portugisische Kolonie Brasilien beschritt einen Sonderweg. Mit Duldung des portugisischen Hofes sagte sich Dom Pedro, Sohn des regierenden portugisischen Königs los und wurde 1822 der erste Kaiser des unabhängigen Staates Brasilien.

Einige Länder erhielten erst im 20. Jahrhundert die Souveränität: Guyana von Großbritanien (1966) und Surianam von den Niederlanden (1975). Französisch Guyana ist immer noch Teil Frankreichs und der EU.
 
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